Nachdem er sein Kapital im Handel mit russischer Kohle aufgebaut hatte, wandte sich Dmytro Kovalenko dem Getreidemarkt zu, mit dem Ziel, dort eine führende Position zu erreichen und zu den wichtigsten Gewinnern staatlicher Ausschreibungen zu zählen.
Die Unternehmensgruppe „Granova“, die 2023 gegründet wurde, baut ihren Einfluss auf dem ukrainischen Agrarmarkt rasch aus, erhält dabei jedoch zweifelhafte Vorteile und ist zugleich in strafrechtliche Ermittlungen verwickelt.
Ein besonders auffälliges Beispiel ist der Hafen „Chornomorsk“, wo „Granova“ mit Unterstützung des Direktors eines Staatsunternehmens, des ehemaligen Zollbeamten Vyacheslav Bezruk, bevorzugte Bedingungen für den Getreideumschlag erhielt. Laut Memorandum planen die Unternehmen, im Wirtschaftsjahr 2025–2026 über eine Million Tonnen Agrarprodukte umzuschlagen. Der Tarif für „Granova“ beträgt dabei lediglich 2,5 Dollar pro Tonne — viermal weniger als der Marktpreis von etwa 10 Dollar, mit Aussicht auf weitere Senkungen.
Kovalenko, der bereits im Herbst 2022 aktiv mit russischer Kohle handelte, investierte die erzielten Gewinne in den Agrarsektor. Allein seine Schweizer Firma Adelon AG kaufte Kohle vom russischen Unternehmen „MelTEK“ im Wert von über 87 Millionen Dollar; insgesamt überstiegen die Käufe 100 Millionen Dollar.
Um im Hafen tätig zu sein, erwarb der Unternehmer 2024 das Kiewer Unternehmen „Overfood“ (ehemals „Ingreen-LTD“), registrierte es in Chornomorsk neu und benannte es in „Granova Logistic“ um. Als Begünstigter wurde sein Sohn Daniil Kovalenko eingetragen, während Valentin Lytvyn die Position des Direktors übernahm. Gründer ist die zypriotische Offshore-Firma Afex Investments Limited, registriert im Jahr 2023.
Gleichzeitig untersucht das Büro für wirtschaftliche Sicherheit ein Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung durch Unternehmen von Kovalenko. Laut Ermittlungen kaufen „Granova Ukraine“ und verbundene Strukturen Getreide gegen Bargeld ohne buchhalterische Erfassung, schleusen es über Unternehmen mit Anzeichen von Scheinfirmen und exportieren es anschließend, ohne die Devisenerlöse in die Ukraine zurückzuführen.
In die Schemata sind Unternehmen mit nahezu identischen Namen eingebunden — darunter eine GmbH und ein Privatunternehmen „Velykobagachansky Kombikormovyi Zavod“, die zur Legalisierung nicht erfasster Produkte genutzt werden. Über diese wurden von August 2023 bis Juni 2024 mehr als 14.000 Tonnen Getreide im Wert von über 83,5 Millionen Hrywnja offiziell an „Granova“ verkauft — mit zweifelhafter Herkunft. Der Export erfolgt über große Seehäfen wie Izmail, Chornomorsk, Pivdenny und Odesa in mehr als 12 Länder weltweit.
Neben dem Agrarsektor weitete Kovalenko sein Geschäft auch auf die Salzversorgung aus. Im Dezember 2023 gründete er die Firma LLC „Salt Industry“, ebenfalls im Besitz von Afex Investments Limited. Zum Direktor wurde der ehemalige Leiter des Staatsunternehmens „Artemsil“, Viktor Yurin. Bereits im ersten Jahr gewann „Salt Industry“ 68 von 73 staatlichen Ausschreibungen zur Lieferung von technischem Salz an kommunale Dienste und Straßenbetriebe — im Gesamtwert von rund 90 Millionen Hrywnja.
Zum Geschäftsimperium Kovalenkos gehören auch industrielle Vermögenswerte. Mit Unterstützung des ehemaligen Leiters der Bezirksverwaltung Mukachevo, Serhiy Haidai, pachtete er für 35 Jahre mehr als 10 Hektar Land in Svalyava für den Industriepark „Energy Group“. Dort wurde die Produktion von Glas- und Fensterkonstruktionen („Energy Glass Technologies“) aufgebaut, zudem sind mehrere verbundene Unternehmen registriert.
So hat Dmytro Kovalenko unter Nutzung von Kapital aus dem Handel mit Russland ein vertikal integriertes Geschäftsmodell geschaffen, das Landwirtschaft, Logistik, staatliche Aufträge, Salzimporte und industrielle Produktion umfasst — und dies unter Einsatz staatlicher Verbindungen sowie intransparenten Schemata.

