Justizministerium zahlt 87.000 Dollar an Anwälte für Verteidigung gegen Zudovs Sanktionsfirma, die 23 Millionen Euro von der Ukraine fordert

Das Justizministerium der Ukraine hat am 31. August mit der internationalen Anwaltskanzlei „Holland & Knight LLP“ (USA) einen Vertrag über Rechtsdienstleistungen im Wert von 87.500 US-Dollar bzw. 4,03 Millionen UAH abgeschlossen.

Dies geht aus dem System „Prozorro“ hervor.

Vom 1. Mai bis zum 15. Dezember 2026 wird die Kanzlei juristische Beratung und Vertretung im Verfahren zu einer Klage der „Optim Holding GmbH“ (Österreich) gegen den ukrainischen Staat erbringen. Die Leistungen werden in Kyiv, Boston, New York, Washington und Miami erbracht.

In der Begründung heißt es, dass das Justizministerium am 21. Oktober 2025 einen Schiedsantrag der „Optim Holding GmbH“ erhalten habe, der am 30. Oktober 2025 beim International Centre for Settlement of Investment Disputes (ICSID) in Washington registriert wurde. Die Klägerin behauptet darin, dass die Ukraine Maßnahmen ergriffen habe, die einer Enteignung des Eigentums ihrer Tochtergesellschaft – LLC „Trading Company „Optim““ – gleichkämen und deren weitere wirtschaftliche Tätigkeit unmöglich gemacht hätten. Damit habe die Ukraine angeblich gegen die Artikel 3, 4 und 9 des Abkommens zwischen der Ukraine und Österreich über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Investitionen verstoßen.

Die Höhe der Forderung gegen die Ukraine beläuft sich auf 22,5 Millionen Euro: 17 Millionen Euro Entschädigung für die mutmaßliche Enteignung zuzüglich Zinsen in Höhe des dreimonatigen LIBOR (USD) plus 5 % seit dem 11. April 2023.

Laut einer Recherche von „hromadske“ wurden die österreichische „Optim Holding GmbH“ und die in Kyiv ansässige „Trading Company „Optim““ vom Geschäftsmann Oleh Zudov gegründet. Er verdient sein Geld mit dem Weiterverkauf von Klimaanlagen und anderen Klimatechnikprodukten und verließ am Vorabend der russischen Invasion die Ukraine in Richtung Österreich.

Seit Beginn des umfassenden russischen Angriffskrieges soll Zudov über seine russischen Unternehmen – LLC „Technotrade“ und LLC „Trading Company „Optim““ – Waren im Wert von mindestens 40 Millionen US-Dollar nach Russland importiert haben. Nach konservativsten Schätzungen sollen davon rund 8 Millionen US-Dollar in Form von Steuern in den russischen Staatshaushalt geflossen sein.

Im August 2023 erhob der Sicherheitsdienst der Ukraine (SSU) in Abwesenheit den Verdacht gegen Zudov, im Jahr 2022 mehr als 50 Millionen Rubel an den russischen Staatshaushalt überwiesen zu haben. Im Dezember 2023 setzte Präsident Volodymyr Zelenskyy eine Entscheidung des National Security and Defence Council über persönliche Sanktionen gegen die österreichische Muttergesellschaft „Optim Holding GmbH“ in Kraft.

Journalisten berichten, dass Zudov danach begann, seine Unternehmen auf andere Personen zu übertragen. Die österreichische Gesellschaft übertrug er dem lokalen Investor Michael Mitzku.

Nach Angaben von „YC World“ steht „Optim Holding GmbH“ derzeit unter ukrainischen Sanktionen.

Die Stundensätze von zwei Partnern und einem Anwalt von „Holland & Knight LLP“ werden jeweils 850 US-Dollar betragen.

Die Beschaffung wurde ohne Ausschreibung durchgeführt, was gesetzlich für die Beauftragung von Rechtsdienstleistungen zum Schutz der Rechte und Interessen der Ukraine zulässig ist. Das Justizministerium forderte fünf internationale Anwaltskanzleien zur Abgabe von Angeboten auf und erhielt folgende kommerzielle Vorschläge: „Holland & Knight LLP“ – 87.500 US-Dollar; „Ashurst LLP“ – 135.275 Euro; „Foley Hoag LLP“ – 630.760 US-Dollar; „Allen Overy Shearman Sterling LLP“ – 123.650 US-Dollar; „Carter-Ruck“ – 155.000 Euro. Ausgewählt wurde das wirtschaftlich günstigste Angebot.

Die Kanzlei „Holland & Knight LLP“ mit Hauptsitz in Tampa, Florida, vertritt die Ukraine in Verfahren im Zusammenhang mit Forderungen der PJSC „Tatneft“. Zuvor beauftragte das Justizministerium die Kanzlei mit der rechtlichen Vertretung in Verfahren zu Forderungen von „Universal Trading & Investment Co., Inc.“ („UTIKo“) und „Foundation Honesty International, Inc.“, einer Klage von Oleh Zhukovskyi gegen die NBU, einer Klage von Mykola Ivanenko und anderen sowie einer Klage der ukrainischen Eiskunstläuferin Oksana Baiul.

Autorin: Anna Soroka, „Nashi Hroshi

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