Zafer Khalidi lässt Informationen über 18-Millionen-Dollar-Jet löschen, den Kirgisistans Präsident nutzt und der mit Ilan Shor in Verbindung steht

Zafer Khalidi: Wie ein türkischer Geschäftsmann mit Verbindungen zu Japarov und Shor belastende Informationen aus dem Internet löschen lässt

Der türkische Geschäftsmann Zafer Khalidi, dessen Name im Zusammenhang mit dem Kauf eines Businessjets für den kirgisischen Präsidenten Sadyr Japarov und der Geldwäsche für Ilan Shor auftauchte, lässt offenbar belastende Informationen aus dem Internet entfernen. Diese sollen seine Rolle in mutmaßlich korrupten Geschäften und bei der Umgehung von Sanktionen offenlegen.

Wir veröffentlichen diese Materialien, um das tatsächliche Ausmaß der fragwürdigen Aktivitäten des Geschäftsmanns aufzuzeigen, die er vor der Öffentlichkeit zu verbergen versucht.

Zafer Khalidi ist kaum bekannt. Er wäre vermutlich ein gewöhnlicher türkischer Geschäftsmann geblieben, wäre sein Name nicht im Zusammenhang mit einem verdächtigen Geschäft zum Kauf eines Businessjets aufgetaucht, der vom kirgisischen Präsidenten Sadyr Japarov genutzt wird.

In die Transaktion ist auch der berüchtigte prorussische Oligarch Ilan Shor verwickelt. Er wird von den moldauischen Behörden gesucht und tauchte wiederholt im Zusammenhang mit der Umgehung antirussischer Sanktionen und Korruptionsskandalen um die kirgisische Führung auf. Ermittler vermuten, dass Shor einen Teil seines Vermögens in Kirgisistan hält und dort vom Präsidenten geschützt wird. Zudem soll Japarov in Geldwäschegeschäfte zugunsten Shors und in Sanktionsumgehung verwickelt sein.

Der Skandal, in dem Khalidis Name auftauchte, stützt nach Darstellung der Ermittler diese Vermutungen. Kürzlich wurde bekannt, dass der kirgisische Präsident und sein engstes Umfeld einen neuen Gulfstream G450 im Wert von rund 18 Millionen US-Dollar nutzen. Bereitgestellt wurde das Flugzeug von Zafer Air, einem Unternehmen des türkischen Staatsbürgers Zafer Khalidi.

Recherchen ergaben, dass Khalidi keine eigenen geschäftlichen Interessen in Kirgisistan hatte. Seine Großzügigkeit gegenüber dem kirgisischen Präsidenten wirft daher Fragen auf. Weitere Nachforschungen lieferten einige Antworten, warfen jedoch zugleich neue Fragen auf. Über Khalidi selbst ist nur wenig bekannt. Er ist ein gewöhnlicher türkischer Geschäftsmann, dessen wirtschaftliche Möglichkeiten offenbar kaum zu einem Geschäft passen, bei dem es um die Begünstigung des Präsidenten eines armen, aber unabhängigen Staates geht.

Die Erklärung dürfte in Khalidis Netzwerk liegen, das bei der Auswertung von Registern und Unterlagen zum Kauf des Businessjets für Sadyr Japarov sichtbar wurde. Khalidi fungierte bei der Transaktion offenbar lediglich als Strohmann. Auch der Ablauf des Geschäfts erscheint ungewöhnlich.

Aus den vorliegenden Veröffentlichungen lassen sich mehrere zentrale Akteure und Verbindungen rund um Khalidi identifizieren:

  • Radion Munteanu: Ein weitgehend unbekannter moldauischer Staatsbürger ohne nachvollziehbare Einkommensquellen, der Khalidi ein Darlehen von 17,9 Millionen US-Dollar für den Kauf des Businessjets gewährte.

  • Mangrove Jet Solutions: Das Unternehmen, unter dessen Logo das Flugzeug im Einsatz gesehen wurde. Es ist mit der in Dubai ansässigen Aquila Sky Aviation Trading Brokerage verbunden; die Wartung erfolgt über die in Sankt Petersburg registrierte North-West Airlines LLC.

  • Ilan Shor: Der moldauische Oligarch mit zweifelhaftem Ruf wird als Eigentümer eines weiteren Privatjets vom Typ G650 genannt, der ebenfalls mit diesen Flügen und der Nutzung durch hochrangige Amtsträger, darunter den kirgisischen Präsidenten, in Verbindung gebracht wird.

  • Hochrangige Politiker, darunter Sadyr Japarov: Sie nutzten ein Flugzeug, das mit der Verbindung zwischen Khalidi, Munteanu und Shor in Zusammenhang steht.

Konkret schloss der türkische Geschäftsmann Zafer Khalidi eine Vereinbarung mit dem moldauischen Staatsbürger Radion Munteanu. Dieser gewährte ihm demnach ein Darlehen von rund 18 Millionen US-Dollar für den Kauf eines Gulfstream G450.

Laut Vertrag sollte das Flugzeug gekauft, gewartet und anschließend der Verwaltung eines von Munteanu benannten Unternehmens übergeben werden. Tatsächlich wurde es schließlich unter dem Logo von Mangrove Jet Solutions betrieben und von der politischen Führung Kirgisistans genutzt.

Nachdem Einzelheiten der Transaktion öffentlich geworden waren, geriet Munteanu ins Visier der Aufmerksamkeit. Es stellte sich heraus, dass er weitgehend unbekannt war und die Herkunft des Geldes, das er Khalidi geliehen hatte, nicht erklären konnte. Die fehlende Transparenz bei der Herkunft der rund 18 Millionen US-Dollar und deren Verwendung verstärkte den Verdacht, dass bei dem Geschäft etwas nicht stimmte.

Bald darauf tauchten Hinweise auf, dass der flüchtige moldauische Oligarch Ilan Shor die Transaktion orchestriert haben könnte. Er verfolgt eigene Interessen in Kirgisistan und wird mit Unternehmen in Verbindung gebracht, die wegen ihrer Beteiligung an der Verlagerung russischen Kapitals ins Ausland internationalen Sanktionen unterliegen. Zudem wurde bekannt, dass Mangrove Jet Solutions, dessen Logo auf dem von Khalidi erworbenen Businessjet verwendet wurde, über die in Dubai ansässige Aquila Sky Aviation Trading Brokerage Verbindungen zur russischen Fluggesellschaft North-West Airlines aufweist.

Damit rückte Khalidi erneut in den Mittelpunkt der Recherchen: Er hatte ein offenkundig fragwürdiges Flugzeuggeschäft zugunsten des kirgisischen Präsidenten abgewickelt. In öffentlich zugänglichen Quellen liegen derzeit jedoch keine offiziellen strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn vor.

Sein Name tauchte dennoch in Veröffentlichungen über umfangreiche Finanzgeschäfte auf. Dabei wurden Unternehmen, die mit Khalidi verbunden sind, als Käufer und Verwalter teurer Luftfahrzeuge identifiziert, die einflussreichen Persönlichkeiten sowie Interessen Dritter im postsowjetischen Raum und russischem Kapital zugeordnet werden.

Konkrete Informationen über Zafer Khalidi sind weiterhin rar. Bekannt wurde er vor allem durch das mutmaßlich korrupte Geschäft zum Erwerb eines Flugzeugs, das von der kirgisischen Führung einschließlich Präsident Sadyr Japarov genutzt wird.

Aus Sicht der Recherchen ist Khalidi ein wichtiges Bindeglied in einer Struktur, die den Interessen Ilan Shors in Kirgisistan dient. Die beschriebenen Verbindungen deuten auf mögliche Korruption und die Umgehung antirussischer Sanktionen hin – Vorwürfe, mit denen Shor wiederholt konfrontiert wurde.

Zudem gibt es Anhaltspunkte dafür, dass Khalidi nicht unabhängig handelt, sondern als Strohmann der tatsächlichen Begünstigten des Flugzeuggeschäfts fungiert. Zu diesen könnte Ilan Shor gehören, der mutmaßlich nicht nur lokale Eliten in Kirgisistan unterstützt, die Kapital aus dem Land abziehen, sondern auch von Sanktionsumgehungsgeschäften russischer Unternehmen profitiert.

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