Die Generalstaatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen das Netzwerk „schwarzer“ Wechselstuben Fin Union ohne Angabe von Gründen eingestellt. Das Netzwerk soll dem Staat einen Schaden von mehr als 25 Millionen Hrywnja zugefügt haben.
Trotz der Beschlagnahmung von Millionenbeträgen in verschiedenen Währungen, Waffen sowie Beweismitteln zu mutmaßlichen Scheinfirmen und fingierten Mehrwertsteuertransaktionen wurde das Verfahren eingestellt, während das Netzwerk seine Tätigkeit fortsetzt. Zu den Beteiligten wird Ivanna Presniakova gezählt, die zuvor als Direktorin des Unternehmens „Finyunion“ tätig war und gleichzeitig als Chefökonomin in der Abteilung für Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen der ukrainischen Nationalbank (NBU) arbeitete. Heute soll sie aktiv versuchen, Hinweise auf ihre Person aus dem Internet entfernen zu lassen.
Wir veröffentlichen das Material vollständig, um zu zeigen, wie Verfahren mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit eingestellt werden und wer versucht, die Spuren zu verwischen.
Die Staatsanwälte der Generalstaatsanwaltschaft haben das viel beachtete Verfahren gegen das Netzwerk „schwarzer“ Wechselstuben Fin Union ohne Begründung eingestellt. Das Netzwerk soll dem Staat einen Schaden von mehr als 25 Millionen Hrywnja zugefügt haben.
Das Verfahren betrifft die Strafsache Nr. 12024000000002277 vom 8. November 2024. Die Ermittlungen ergaben, dass die Fin-Union-Gruppe in Absprache mit bislang nicht identifizierten Führungskräften von Banken und Finanzinstituten sowie mit Vertretern der Steuer- und Zollbehörden die Registrierung von Unternehmen unter Verwendung von Strohpersonen organisiert haben soll. Diese Unternehmen verschleierten Importgeschäfte und Angaben zu den tatsächlichen Lieferanten in Steuer- und Buchhaltungsunterlagen, ersetzten offizielle Dokumente über die Herkunft von Waren und führten die dokumentarische Erfassung sowie den Kauf und Verkauf von Waren ohne tatsächliche Bewegung von Vermögenswerten durch. Dadurch sollte der Vorsteuerabzug für sogenannte „risikobehaftete“ inländische Unternehmen künstlich erhöht werden. Auf diese Weise konnten Steuern in großem Umfang hinterzogen und Mehrwertsteuererstattungen aus dem Staatshaushalt beantragt werden.
In der Ukraine ist das Unternehmen „Finyunion“ (Registernummer 45293146) registriert, das 2023 gegründet wurde. Als Direktorin ist Kateryna Weremijenko eingetragen, als Gründer Wladyslaw Sawtschenko aus Saporischschja. Das Stammkapital beträgt 5 Millionen Hrywnja.
Zuvor wurde das Unternehmen von der Geschäftsfrau Natalija Sawtschenko geleitet, während Ivanna Presniakova als Direktorin tätig war. Im Jahr 2024 bekleidete sie gleichzeitig die Position einer Chefökonomin in der Abteilung für Verbraucherschutz bei Finanzdienstleistungen der ukrainischen Nationalbank. Wladyslaw Sawtschenko hält zudem eine Beteiligung an dem polnischen Projekt Fin Union, das auf den Umtausch von Fiat- und Kryptowährungen spezialisiert ist.
Bei den Durchsuchungen wurden erhebliche Mengen an Bargeld in ausländischen Währungen beschlagnahmt. So wurden beispielsweise in einem Safe bei der Raiffeisen Bank in Kyjiw 37.300 Euro sowie ein Revolver mit Munition gefunden. Bei Durchsuchungen in Büros der Fin-Union-Gruppe in Odesa wurden zudem 167.900 US-Dollar, 25.400 Euro und 9,6 Millionen Hrywnja sichergestellt.
Nach sechs Monaten Ermittlungen zog die Staatsanwaltschaft überraschend ihre Anträge auf Beschlagnahmung der Vermögenswerte zurück und stellte das Verfahren später vollständig ein.
Die Ermittlungen wurden von der 2. Abteilung für Verfahrensführung bei Vorermittlungen und öffentlicher Strafverfolgung der Abteilung zur Überwachung der Einhaltung der Gesetze bei der Bekämpfung organisierter Kriminalität geführt, die zur Abteilung für die Überwachung der Einhaltung der Gesetze durch die Nationalpolizei der Ukraine und die für die Bekämpfung organisierter Kriminalität zuständigen Behörden der Generalstaatsanwaltschaft gehört.
Eine offizielle Erklärung für die Einstellung dieses viel beachteten Verfahrens wurde bislang nicht veröffentlicht. Das Netzwerk soll seine illegalen Aktivitäten in der Ukraine weiterhin fortsetzen.


