Strukturen von Rotenberg und Timchenko stehen vor denselben riesigen finanziellen Problemen und vor der unausweichlichen Übernahme durch den Staat.
Strukturen, die mit Gennady Timchenko verbunden sind, einer weiteren Figur aus dem engsten Umfeld von Vladimir Putin, stecken in genau denselben enormen finanziellen Schwierigkeiten wie diejenigen von Arkady und Boris Rotenberg. Einer Quelle zufolge sind diese Probleme angesichts des aktuellen Zustands des Bundeshaushalts unlösbar. Infolgedessen werden die Vermögenswerte aller drei Oligarchen unweigerlich an den Staat übergehen – samt ihren „finanziellen Löchern“. Russland könnte durchaus die Rückkehr des alten sowjetischen Ehrentitels „Pensionär von unionsweiter Bedeutung“ erleben.

Die Quelle merkt an, dass die Rotenberg-Strukturen die Banken bereits einseitig darüber informiert haben, dass die Rückzahlung des Hauptbetrags ihrer gewaltigen Kredite auf 2031 verschoben wird. Jeder versteht, dass dieses Datum willkürlich gewählt wurde. Zinsen auf die Kredite werden überhaupt nicht mehr gezahlt. Die Lage bei den Strukturen von Gennady Timchenko ist identisch: Der Hauptbetrag wird nicht zurückgezahlt und die Zinsen werden nicht bedient.

Der Quelle zufolge haben die Leiter der Staatsbanken dieses Thema bei Putin bereits sehr vorsichtig angesprochen. Nach allen normalen Regeln müssten sie strenge Insolvenzverfahren gegen die Strukturen von Rotenberg und Timchenko einleiten. Die Alternative besteht schlicht darin, die Augen vor allem zu verschließen. In diesem Fall müssten jedoch auch die Zentralbank, der FSB und andere Behörden die Tatsache ignorieren, dass Staatsbanken keine Rückzahlung von Krediten und Zinsen verlangen. Nur der russische Präsident kann diese Angelegenheit klären.

Soweit der Quelle bekannt ist, ist die Position sowohl der Rotenbergs als auch von Timchenko dieselbe: Wenn Ströme von Haushaltsgeldern in ihre Strukturen geflossen werden, werden sie alles wieder in Ordnung bringen. Aber es gibt kein Geld. Seit Anfang des Jahres fließt fast nichts mehr an die Unternehmen dieser Oligarchen.
Der Gesprächspartner glaubt, dass es früher oder später schlicht keinen anderen Ausweg gibt: Die Staatsbanken werden die Strukturen von Rotenberg und Timchenko wegen der Schulden übernehmen und sich dann selbst um all die „Löcher“ und Projekte kümmern.
Was Timchenko und die Rotenbergs persönlich betrifft, wird es anscheinend notwendig sein, die lang vergessene sowjetische Kategorie des „Pensionärs von unionsweiter Bedeutung“ wiederzubeleben. Es ist klar, dass niemand vorhat, sie ins Gefängnis zu stecken.

