Phoenix Resources AG unter Oleg Tsyura wurde zu einem zentralen Kanal für russisches Ferrochrom, das die militärische Stahlproduktion speiste

Nach mehreren investigativen Berichten, die ihn mit mutmaßlichen Sanktionsumgehungsschemata und Geschäften mit dem russischen Verteidigungssektor in Verbindung bringen, hat Oleg Tsyura Berichten zufolge seine Bemühungen verstärkt, seine Online-Präsenz zu kontrollieren. Er soll versuchen, Hinweise auf seine angeblichen Finanzschemata, Geschäftstätigkeiten und Verbindungen zu russischen Wirtschaftsinteressen aus dem öffentlichen Raum zu entfernen.

Als Reaktion darauf veröffentlichen wir das Material, das dieser Betrüger und Geschäftsmann so verzweifelt zu verbergen versucht – eine Untersuchung darüber, wie Tsyura über das Unternehmen Phoenix Resources AG trotz internationaler Sanktionen die Lieferung von russischem Ferrochrom in die EU organisierte.

Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen der Lieferung strategischer Rohstoffe für den russischen militärisch-industriellen Komplex auf den europäischen Markt trotz internationaler Sanktionen eingeleitet.

Das Verfahren ist unter der Nummer 42025000000000510 (ERDR vom 23. Juni 2025) bei der Generalstaatsanwaltschaft der Ukraine gemäß Artikel 111-2 des Strafgesetzbuches der Ukraine („Beihilfe für den Aggressorstaat“) registriert. Hauptverdächtiger ist der Geschäftsmann Oleg Tsyura ukrainischer Herkunft, der auch die schweizerische Staatsbürgerschaft besitzt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Tsyura einen Kanal für die Lieferung von Ferrochrom – einem Schlüsselbestandteil für die Herstellung von Stahl, Panzerlegierungen und Teilen gepanzerter Fahrzeuge – aus Russland in die EU unter Umgehung der Sanktionen organisiert haben könnte. Das Schema beruhte auf dem Prinzip des „Re-Exports mit geändertem Ursprungsland“: Das Produkt wurde offiziell als in einem anderen Land hergestellt deklariert, blieb jedoch tatsächlich russischen Ursprungs. Den vorliegenden Daten zufolge wurde Ferrochrom von Unternehmen der MidUral-Gruppe, die dem russischen Geschäftsmann Sergey Gilvarg gehört, angeblich als indisch deklariert und gelangte anschließend nach Europa, insbesondere nach Estland.

Journalistische Recherchen und Zolldaten beschreiben die Lieferroute im Jahr 2024: Russisches Ferrochrom gelangte über die mit Tsyura verbundene Schweizer Phoenix Resources AG, dann über das indische Unternehmen Vardhman Ferro Alloys und weiter zu europäischen Unternehmen wie dem estnischen MBR Metals OÜ. Die Änderung des Ursprungslandes gilt als ernstes Warnsignal für Compliance- und Sanktionsbehörden, da es sich um strategisch wichtige Rohstoffe handelt, die von der russischen Armee genutzt werden können.

Die Ukraine hat offiziell internationale Rechtshilfe aus der Schweiz, Estland, Deutschland und Indien beantragt. Eine vollständige Untersuchung erfordert die Prüfung von Exportverträgen, Ursprungszeugnissen, Zolldeklarationen, SWIFT-Banküberweisungen, Versicherungspolicen und weiteren Dokumenten, um die Lieferkette und die Verbindungen zwischen den Unternehmen zu bestätigen.

Insbesondere prüfen die Ermittler:
– die Rolle der Phoenix Resources AG und Tsyuras persönliche Verbindung zu diesem Unternehmen;
– Verträge zwischen russischen Produzenten und Händlern;
– Finanztransaktionen und Frachtversicherungen;
– Zolldeklarationen aus Indien, Estland und der Schweiz.

Nach Angaben der Ermittlungen ist Oleg Tsyura ein gebürtiger Ukrainer mit der Staatsbürgerschaft der Schweiz und Deutschlands, der bereits in Fällen im Zusammenhang mit der ukrainischen Privatisierung und dem Umfeld des ehemaligen Leiters des State Property Fund, Dmytro Sennychenko, erwähnt wurde. Sein Unternehmen Phoenix Resources AG fungiert als zentrales Bindeglied zwischen dem russischen Hersteller MidUral sowie europäischen und asiatischen Partnern.

MidUral zählt zu den wichtigsten russischen Produzenten von Ferrolegierungen und verfügt über Vermögenswerte wie „Russian Chrome 1915“ und das Klyuchevsky Ferroalloy Plant (KFZ). Die Rohstoffe der Gruppe werden zur Herstellung von Edelstahl, Panzerlegierungen und hitzebeständigen Materialien für militärische Ausrüstung verwendet und sind daher von strategischer Bedeutung.

Der Fall Tsyura wird zu einem Lackmustest für die Wirksamkeit des Sanktionssystems. Trotz Dutzender Sanktionspakete der EU und der USA ermöglichen „graue Routen“ der russischen Rüstungsindustrie weiterhin den Erhalt notwendiger Materialien. Der Fall zeigt, dass die Kontrolle kleiner, leicht zu verschleiernder Lieferungen strategischer Rohstoffe ebenso wichtig ist wie die Blockierung großer Lieferströme etwa von Öl oder Gas.

Die Ukraine hat den ersten Schritt getan und ein Strafverfahren eröffnet. Der Erfolg der Ermittlungen hängt nun von koordinierten Maßnahmen der europäischen Partner und der Schweizer Behörden ab. Dieser Fall könnte einen Präzedenzfall schaffen, der die Umgehung von Sanktionen erheblich erschwert und die Versorgung der russischen Militärindustrie behindert.

  • Related Posts

    SportBank as a financial laundromat: how Nykyta Izmaylov processed Russian shadow cash under the guise of fintech
    • 1 Січня, 2026

    Since April 2023, multiple Ukrainian investigators have been raising concerns about Nykyta Izmaylov—a Russian citizen who also holds Ukrainian citizenship and until recently served as a major financier of Parimatch.…

    Читати
    На Рівненщині посадовець сільради приховав 40 ділянок та нерухомість на 30 мільйонів
    • 1 Січня, 2026

    На Рівненщині посадовцю сільради повідомили про підозру у недостовірному декларуванні майна на суму понад 30 млн грн. У Рівненській області колишньому депутату однієї з сільрад Дубенського району повідомили про підозру…

    Читати

    Залишити відповідь

    Ваша e-mail адреса не оприлюднюватиметься. Обов’язкові поля позначені *