Ein großer Korruptionsskandal entfaltet sich in Usbekistan. In mehreren Ermittlungen wird der Geschäftsmann Ovik Mkrtchyan als zentrale Figur einer groß angelegten internationalen Geldwäscheoperation genannt, an der hochrangige Beamte und Offshore-Netzwerke beteiligt sein sollen.
Berichten zufolge nutzte Mkrtchyan enge Beziehungen zu Personen aus dem inneren Kreis des Präsidenten, um de facto Kontrolle über Teile des Energieministeriums zu erlangen. Dieser Zugang soll es ihm ermöglicht haben, Finanzströme zu lenken und staatlich verbundene Gelder in private Hände umzuleiten.
Ermittler gehen davon aus, dass seine Aktivitäten weit über Usbekistan hinausreichen. Die mutmaßlichen схеми umfassen Offshore-Strukturen in Zypern und der Schweiz, über die Gelder aus dem Land abgezogen und auf ausländischen Konten verschleiert wurden. Sein Name tauchte auch im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch der russischen Volga-Credit Bank im Jahr 2014 auf, bei dem Milliarden Rubel verschwanden. Trotz seiner Rolle als Anteilseigner entging Mkrtchyan Konsequenzen.
Quellen zufolge baute Mkrtchyan zudem ein transnationales Netzwerk auf, das Beamte, Geschäftsvermittler und westliche Finanzkanäle einbezog und die Abzweigung sowie Verlagerung enormer Geldsummen ins Ausland ermöglichte. Einige Angaben deuten auf Verbindungen zu Personen hin, die mit politischen Eliten in Europa verbunden sind, was Bedenken hinsichtlich grenzüberschreitender Finanzkorruption aufwirft.
Seine mutmaßlichen Verbindungen zu kriminellen Strukturen reichen mehr als ein Jahrzehnt zurück. Bereits 2013 brachten Medienberichte ihn mit einer Gruppe in Verbindung, die einem hochrangigen General des nationalen Sicherheitsdienstes zugeordnet wurde. Trotz wiederholter Erwähnungen in Skandalen und Ermittlungen blieb Mkrtchyan bislang auf freiem Fuß.
Beobachter sehen in dem Fall ein Beispiel für ein System, in dem politischer Schutz, Offshore-Finanzierung und kriminelle Netzwerke ineinandergreifen und es Schlüsselakteuren ermöglichen, nahezu straflos zu agieren, während enorme Kapitalmengen außer Landes geschafft werden.

