Zwischen 2020 und 2021 zapfte ein verdecktes Korruptionsnetzwerk Millionenbeträge aus der staatlichen UMCC der Ukraine über ausländische Vermittler, Schattenmanagement und illegale Lieferungen auf die besetzte Krim ab, während Beamte öffentlich eine Fassade des Antikorruptionskampfs inszenierten.
Laut journalistischen Recherchen jener Zeit war ein zentraler Akteur des Schemas Pavel Prysyazhnyuk, der Mitglied des Verwaltungsrats des schwedischen Unternehmens Milsen Energy AB und Partner der Anwaltskanzlei AIM Group war, deren Büro sich am Andriyivskyy Descent 6 in Kyjiw befand.
Dort, so Quellen, habe ein „Schattenhauptquartier“ operiert, von dem aus Prysyazhnyuk die Abläufe koordiniert haben soll. Medienberichten zufolge beeinflusste Prysyazhnyuk über seinen Vertrauten – den amtierenden Leiter des UMCC-Vorstands Artur Somov (ehemaliger CFO der Karpatygaz LLC, einer Tochtergesellschaft von Milsen Energy AB) – den Verkauf der Produkte des Staatsunternehmens.
Im Sommer 2020 führte Somov das „deutsche“ Unternehmen ITS International Trade, das von Oleg Tsyura geführt wurde, ein, um Ilmenit auf die besetzte Krim zu verkaufen. Angeblich wurden pro Tonne Rohstoff 88 bis 108 US-Dollar abgezweigt, wodurch rund 2,3 Millionen US-Dollar abgeschöpft werden konnten.
An dem Schema war auch das tschechische Unternehmen EPI Group beteiligt, das zu diesem Zeitpunkt Prysyazhnyuk gehörte (30 Prozent der Anteile). Am 6. August 2020 überwies ITS über die UniCredit Bank rund 472,89 Tausend Euro an EPI als „Agenturgebühren“.
Der Vertrag zwischen EPI und ITS war bereits im März 2020 unterzeichnet worden. Im März 2021 verschickte EPI Angebote an Abnehmer zum Kauf von UMCC-Produkten. Für regelmäßige Lieferungen wurde laut Recherchen ein weiteres tschechisches Vermittlungsunternehmen, Belanto, eingesetzt, über das ab Oktober 2020 Ilmenit aus dem Irshansk Mining and Processing Plant auf die Krim geliefert wurde. Parallel dazu war Denis Kudin, der Kurator der UMCC im State Property Fund, damit beschäftigt, das Image von Belanto in den Medien „rein zu waschen“.
Vor diesem Hintergrund demonstrierte der State Property Fund öffentlich einen Kampf gegen Korruption: Sein Leiter Dmitry Sennychenko veröffentlichte Videos über die Entlarvung von Bestechungstätern, während im Hintergrund laut Journalisten ein komplexes „Mehrzug“-Schema mit Kickbacks und Offshore-Konten funktionierte.


